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hiroshima.jpgüber Canva

Hiroshima mahnt: Deutschland muss für nukleare Abrüstung eintreten

22. Jul 2026

Anlässlich der Gedenktage zu den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki (6. und 9. August 1945) erklärt pax christi Deutschland:

Am 6. und 9. August jähren sich zum 81. Mal die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. In Hiroshima starben bis Ende 1945 etwa 140.000 Menschen, in Nagasaki 74.000 Menschen. Zehntausende überlebten schwer verletzt, viele litten ihr Leben lang an den Folgen. 

 Matsui Kazumi, Bürgermeister von Hiroshima und Präsident der „Mayors for Peace“, forderte zum 80. Gedenktag 2025 die Abschaffung aller Atomwaffen und erinnerte an die Toten und das Leid der Überlebenden, der Hibakusha: „Die Grundlage für Hiroshimas Friedenswillen ist die eindringliche Bitte der Hibakusha, dass niemand sonst so leiden sollte wie sie.“ 

 Mit dem Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“ engagiert sich pax christi für einen Kurswechsel in der Sicherheitspolitik Deutschlands und erwartet von der Bundesregierung, die nukleare Teilhabe in der NATO zu beenden, die US-Atombomben aus Büchel abzuziehen und den UN-Atomwaffenverbotsvertrag, der 2021 in Kraft getreten ist, zu unterzeichnen. „Auch neuen europäischen nuklearen Teilhabemodellen, etwa mit Frankreich, muss eine Absage erteilt werden. Sonst wird der Atomwaffen-Nichtverbreitungsvertrag aufgeweicht, und immer mehr Staaten werden nach der Bombe greifen wollen.“ - so die Vorsitzende von pax christi, Birgit Wehner. 

 Weltweit gibt es rund 12.000 Atomwaffen. 4.000 davon sind zu sofortiger Einsatzbereitschaft aktiviert. 119 Milliarden US-Dollar gaben die Atomwaffenstaaten im Jahr 2025 für Erhalt, Anschaffung und Modernisierung ihrer Atomwaffenarsenale aus. Obwohl der Internationale Gerichtshof (IGH) der UN schon vor 30 Jahren – am 8. Juli 1996 - in einem Gutachten klargestellt hat, dass die Drohung mit Atomwaffen und der Einsatz von Atomwaffen generell dem humanitären Völkerrecht widersprechen, kommen die Atomwaffenstaaten ihrer Verpflichtung zu vollständiger nuklearer Abrüstung gemäß dem Nichtverbreitungsvertrag nicht nach.

 Atomwaffen sind mit dem humanitären Völkerrecht nicht zu vereinbaren, denn sie können nicht zwischen Kriegsbeteiligten und Zivilisten unterscheiden, sie verursachen extreme Qualen, wirken durch die Strahlung unbegrenzt, zerstören die Umwelt, ziehen unbeteiligte Staaten in Mitleidenschaft und bedrohen den gesamten Planeten mit Vernichtung. Unter Berücksichtigung des Völkerrechts schreibt das Bundesjustizministerium auf seiner Internet-Seite: „Jede Anwendung von Atomwaffen ist ein Völkerrechtsverbrechen.“ Dementsprechend fordert pax christi, auch auf die Drohung mit Atomwaffen zu verzichten und das Trainieren des Einsatzes von Nuklearwaffen bei Atomkriegsmanövern zu unterlassen. 

 Pax christi erinnert an die Worte von Papst Franziskus bei seinem Besuch in Hiroshima am 24. November 2019: „Aus tiefer Überzeugung möchte ich bekräftigen, dass der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken heute mehr denn je ein Verbrechen ist, nicht nur gegen den Menschen und seine Würde, sondern auch gegen jede Zukunftsmöglichkeit in unserem gemeinsamen Haus. Der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken ist unmoralisch, wie ebenso der Besitz von Atomwaffen unmoralisch ist, wie ich schon vor zwei Jahren gesagt habe. Wir werden darüber gerichtet werden. Die neuen Generationen werden unser Scheitern verurteilen, wenn wir zwar über Frieden geredet, ihn aber nicht mit unserem Handeln unter den Völkern der Erde umgesetzt haben. Wie können wir von Frieden sprechen, während wir an neuen, furchtbaren Kriegswaffen bauen?“ An den Gedenktagen werden auch pax-christi-Gruppen an die Opfer erinnern und weltweite atomare Abrüstung sowie die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags durch die Bundesregierung einfordern.
 

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